Farbwechsel Malerei mit Rotkohlsaft
Ein Glas mit violettem Saft, ein paar unscheinbare Tropfen und ein Pinsel. Mehr braucht es nicht, um ein Bild zum Leben zu erwecken. Was eben noch lila war, wird plötzlich pink. Ein anderer Strich färbt sich blau. Und mit jedem neuen Tropfen verändert sich die Szene weiter.
Farbwechsel-Malerei mit Rotkohlsaft ist kein klassisches Malprojekt. Es ist ein kleines Chemie-Labor auf Papier. Ruhig, aber voller Überraschungen.
Ein Experiment, das zeigt, dass Farben nicht nur gemischt werden können. Sie können sich auch verwandeln.

Was ist Farbwechsel-Malerei mit Rotkohlsaft?
Bei der Farbwechsel-Malerei dient Rotkohlsaft als natürliche Indikatorfarbe. Das bedeutet: Die Farbe reagiert auf Säuren und Basen und ändert dabei ihren Ton.
Statt nur mit fertigen Farben zu arbeiten, entsteht das Bild durch chemische Reaktionen.
Der Ablauf ist einfach:
- Zuerst wird mit Rotkohlsaft gemalt.
- Danach werden bestimmte Bereiche mit Zitronensaft oder Natronlösung betupft.
- Die Farbe verändert sich sichtbar.
Aus Violett wird Pink. Aus Violett wird Blau. Manchmal sogar Grün. Das Papier wird zur Bühne für Farbverwandlungen.
Warum Kinder diese Farbwechsel-Malerei lieben
Hier passiert etwas, das nicht planbar wirkt.
Ein Pinselstrich. Ein Tropfen. Und plötzlich entsteht eine neue Farbe.
Kinder sehen:
- Dass ein Bild sich verändern kann.
- Dass unsichtbare Stoffe sichtbare Wirkung haben.
- Dass Wissenschaft nicht kompliziert sein muss.
Sie lernen dabei:
- Was Säuren und Basen sind.
- Dass Stoffe miteinander reagieren.
- Dass man mit Naturmaterialien experimentieren kann.
Und sie erleben echte Aha-Momente.
Ganz ohne Explosion.
Aber mit staunenden Augen.
⚠️ Sicherheitshinweis zur Farbwechsel-Malerei
Dieses Experiment sollte unter Aufsicht einer verantwortlichen erwachsenen Person durchgeführt werden.
Die verwendeten Lösungen sind nicht zum Trinken geeignet. Kinder dürfen Zitronensaft, Natronlösung oder Rotkohlsaft nicht absichtlich schlucken.
Beim Erhitzen des Wassers zur Herstellung des Rotkohlsafts sollte ausschließlich eine erwachsene Person helfen oder den Schritt übernehmen.
Nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren. Es besteht Verschluckungsgefahr bei kleinen Gefäßen.
Die Durchführung erfolgt eigenverantwortlich durch die aufsichtspflichtige Person.
Das brauchst du für die Farbwechsel-Malerei
| Material | Hinweis |
|---|---|
| Rotkohl | Für den natürlichen Farbsud |
| Heißes Wasser | Zum Ausziehen der Farbstoffe |
| Sieb oder Filter | Zum Abseihen |
| Pinsel | Für das Auftragen |
| Dickes Papier | Am besten Aquarellpapier |
| Zitronensaft | Säure für Pinktöne |
| Natron | Für eine basische Lösung |
| Kleine Schälchen | Für getrennte Lösungen |
Optional: Essig oder Backpulver für weitere Farbtests.
So funktioniert’s – Schritt für Schritt

1. Rotkohlsaft herstellen
Schneide Rotkohl in kleine Stücke. Übergieße ihn mit heißem Wasser. Lasse alles mindestens 20 Minuten ziehen. Das Wasser färbt sich tief violett.
Seihe die Flüssigkeit ab. Lass sie abkühlen.
Jetzt hast du deine magische Grundfarbe.
2. Mit Rotkohlsaft malen
Tauche den Pinsel in den Saft und male auf dickes Papier. Die Farbe wirkt zunächst lila bis blau.
Lass das Bild leicht antrocknen. Die Farbe wird etwas blasser.
Noch ist alles ruhig.
3. Farbverwandlung starten
Jetzt kommen die unsichtbaren Kräfte ins Spiel.
- Träufle Zitronensaft auf einzelne Stellen.
→ Die Farbe wird pink bis rötlich. - Mische Natron mit etwas Wasser.
→ Betupfe damit andere Bereiche.
→ Die Farbe verändert sich zu Blau oder Grün.
Jeder Tropfen bringt Bewegung ins Bild.
Was passiert hier? Chemie einfach erklärt
Rotkohlsaft enthält sogenannte Anthocyane. Das sind natürliche Farbstoffe, die auf den pH-Wert reagieren.
Säure
Zitronensaft enthält Säure. Sie senkt den pH-Wert. Der Farbstoff reagiert darauf mit einer rötlichen Färbung.
Base
Natron ist basisch. Es erhöht den pH-Wert. Dadurch verschiebt sich die Farbe ins Blaue oder Grüne.
Neutral
Ohne Zusatz bleibt der Rotkohlsaft violett.
Kinder sehen hier ganz direkt: Unsichtbare Unterschiede im Wasser verändern die sichtbare Farbe.
Das ist Chemie zum Anfassen.
Kreative Varianten für extra Wow
🎨 Geheime Botschaften
Male mit Zitronensaft auf weißem Papier. Lass es trocknen. Übermale alles mit Rotkohlsaft. Die Schrift erscheint plötzlich pink.
🌈 Farbskala erstellen
Teste verschiedene Mischverhältnisse von Natron und Wasser. Dokumentiere die Farbabstufungen von Pink bis Grün.
🧪 Drei-Becher-Test
Stelle drei Gläser auf: neutral, sauer, basisch. Gib in jedes etwas Rotkohlsaft. Vergleiche die Farben.
🖌 Mehrschichtige Bilder
Arbeite in mehreren Ebenen. Erst lila malen. Trocknen lassen. Dann gezielt Farbveränderungen setzen.
Häufige Fragen zur Farbwechsel-Malerei
Wie lange hält die Farbe?
Die Farben sind lichtempfindlich. Mit der Zeit können sie verblassen. Für kurzfristige Experimente ist das ideal.
Warum wird mein Bild nur rosa, aber nicht blau?
Wahrscheinlich war die Natronlösung zu schwach. Gib etwas mehr Natron hinzu.
Warum entstehen Flecken?
Zu viel Flüssigkeit kann das Papier aufweichen. Dickes Aquarellpapier hilft.
Kann ich auch Essig verwenden?
Ja. Essig wirkt ähnlich wie Zitronensaft und erzeugt rötliche Farbtöne.
Ist das essbar?
Die Zutaten sind grundsätzlich Lebensmittel. Trotzdem ist das Experiment nicht zum Verzehr gedacht.
Kann ich das mit älteren Kindern vertiefen?
Ja. Ältere Kinder können pH-Werte vergleichen, Tabellen erstellen oder eigene Hypothesen aufstellen.
Warum verändert sich die Farbe manchmal erst später?
Manche Reaktionen brauchen ein paar Sekunden. Beobachten gehört hier dazu.
Kann ich andere Naturfarben testen?
Ja. Kurkuma reagiert ebenfalls auf Basen, allerdings anders als Rotkohl.
Farbwechsel-Malerei mit Rotkohlsaft – wenn Bilder lebendig werden
Ein Bild, das nicht bleibt, wie es ist.
Eine Farbe, die sich verwandelt.
Ein Papier, das auf Tropfen reagiert.
Farbwechsel-Malerei mit Rotkohlsaft zeigt, dass Kunst und Wissenschaft keine Gegensätze sind. Ein einfacher Pflanzensaft reicht aus, um zu verstehen, dass Stoffe miteinander reagieren. Dass Säure und Base keine trockenen Begriffe sind, sondern sichtbare Veränderungen auslösen.
Dieses Experiment ist leise. Es sprudelt nicht. Es knallt nicht.
Aber es verwandelt.


















